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 Presseschau
ultratrieur



Beiträge: 2.209

25.04.2011 13:56
Getreidespeicher Schlüchtern wird zu Wohnungen umgebaut Zitat · Antworten

Am 23.04.2011 in der "Fuldaer Zeitung":

Zitat
Industriedenkmal mit Zukunftsperspektive

Denkmal einer vergangenen Epoche, Schandfleck, Wohngebäude mit dem gewissen Etwas – drei Charakterisierungen, die trotz ihrer Unterschiedlichkeit auf den ehemaligen Kornspeicher in Schlüchterns Fuldaer Straße passen.

Der erste Eindruck ist nicht unbedingt positiv: Zerbrochene Fensterscheiben, Schutt unter der Laderampe, eine rostige Tür und Schmierereien zeugen davon, dass das Gebäude seit Jahren leer steht und langsam zur Ruine wird. Um dies zu verhindern, sind Claus und Thomas Werckmeister dabei, die Immobilie für 150.000 Euro von der Stadt zu erwerben. Sie wollen sie umbauen. Elf Wohnungen sollen entstehen.

Für Architekt und Nachbar Gerwin von Monkiewitsch keine einfache Aufgabe. Waren in den vergangenen Jahren die verschiedensten Ideen für eine Nutzung auch an den technischen Herausforderungen gescheitert, will sich von Monkiewitsch den Tücken des Gebäudes stellen. Diese sind weniger in den Ausmaßen – 15 mal 20 Meter bei bis zu 20 Metern Höhe und 5000 Kubikmeter umbauter Raum –, als vielmehr im ursprünglichen Verwendungszweck des 1956 errichteten Hauses zu sehen.

Obwohl draußen die Sonne von einem stahlblauen Himmel lacht, ist es im Erdgeschoss ziemlich duster. Der Gedanke, sich in einem Bunker zu befinden, wird durch von Monkiewitsch mit Fakten untermauert: Statt der üblichen 250 Kilogramm Tragkraft pro Quadratmeter halten diese stahlbewehrten Betondecken satte eineinhalb Tonnen aus. Und entlang der in Richtung Innenstadt gelegenen Außenmauer befinden sich 14 mehr als sechs Meter hohe unterschiedlich große Silos, die 15 bis 25 Tonnen Getreide aufnehmen konnten. Ihre mit Backsteinen ausgemauerten Stahlbeton-Skelettwände sind mit Eisen verstärkt, um dem Druck standhalten zu können.

„Ohne viel Wasser geht da nichts“

Das Gebäude ist alles andere als leer. Mehr oder weniger verrostete Geräte und Maschinen versprühen einen fast schon morbiden Charme. Die Beschriftung der Elevatoren, also der Becherwerke, verraten, dass sie einst das Getreide von der Annahme zum Verteiler, zum Trockner oder zum Verladebereich transportierten. Sie reichen vom Kellergeschoss, wo ein abgerissener Puppenkopf in der Dunkelheit sein trauriges Dasein fristet, bis unter das Dach und stehen heute noch in einer Reihe nebeneinander. Eine spiralförmige Sackrutsche ist in den verschiedenen Stockwerken ebenso ein Hingucker wie der Paternoster, mit dem in den 60er Jahren die Säcke nach oben befördert wurden. Dort steht auch der Aspirateur, der wegen seiner Bauweise und seiner Größe von Monkiewitsch einige Kopfschmerzen bereitet. Dieser Getreidereiniger muss per Handarbeit zerlegt werden, was entsprechend teuer ist und seinen Anteil daran hat, dass sich die Kosten für das Gesamtprojekt letztlich auf einen siebenstelligen Betrag belaufen dürften.

Während der Architekt erst seit einigen Monaten intensiv mit dem Kornspeicher zu tun hat, kennt Ernst Sperzel aus Mottgers jeden Winkel in dem Gebäude aus jahrelanger Erfahrung. Der 64-Jährige war von 1990 an Schlüchterner Niederlassungsleiter der Raiffeisen-Warenzentrale Kurhessen/Thüringen, die den Kornspeicher baute und betrieb. Er kann die Probleme beim Ausbau des Aspirateurs nachvollziehen. Hintergrund sind die Auflagen des Brandschutzes. Sperzel: „Bei Getreide besteht immer die Gefahr einer Staubexplosion. Ohne viel Wasser geht da nichts.“

Getreidereiniger wie auch der Trockner liefen während der Saison – also im Juli und August – auf Hochtouren. „Von der Reinigung kam das gelieferte Getreide auf die Waage und wurde dann auf die Silos verteilt. Je nach Feuchtigkeitsgehalt musste es zunächst getrocknet werden“, erläutert Sperzel. 3,5 Tonnen fasste der Trockner und lief häufig selbst dann noch, wenn die Felder des Bergwinkels längst abgeerntet waren.

In den Glanzzeiten in den 60er und 70er Jahren wurden 1000 bis 1500 Tonnen Körner geliefert, zuletzt waren es noch 400 bis 500 Tonnen – etwa 20 Lkw-Ladungen. Während der Sommermonate waren ein bis zwei Mitarbeiter im Kornspeicher beschäftigt. Wurde in den ersten Jahren dort auch Sackware wie Sojaschrot zwischengelagert, so wurden später drei Geschosse als Schüttböden genutzt. Davon zeugen heute noch fast leere Geschosse. Für den Bereich, wo sich mit Holz abgedeckte Löcher in den Decken befinden, hat von Monkiewitsch bereits Pläne für eine Nutzung: Dort kommt ein großzügiges Treppchenhaus hin, das durch Dachfenster erhellt wird.


Die spiralförmige Sackrutsche (links) sowie die automatische Absackwaage (rechts) im Erdgeschoss des Kornspeichers.



Link zum Originalartikel: http://www.fuldaerzeitung.de/nachrichten...ve;art40,404413


Für das Ortsbild mag es ja ganz nett sein, wenn dieser Speicher erhalten bleibt - was die Aktion, die alles technische Inventar beseitigen wird, allerdings mit Denkmalpflege an einem Industriedenkmal zu tun haben soll, erschließt sich mir nicht so ganz .

Vielleicht hat ja der Eine oder die Andere von Euch ne Verwendung für den Mega-Monster-Aspirateur und bietet sich an, den in unentgeltlicher Handarbeit aus dem Gebäude heraus zu schrauben?? Die Sackrutsche würde sich ansonsten in jedem Kindergarten gut machen! Sowas kommt doch bei den Kleinen sooooo gut an!!



Flo der Liebe

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