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Mühlen- und Müllerforum "Glück zu!"

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Dieses Thema hat 0 Antworten
und wurde 214 mal aufgerufen
 Mühlenerhaltung und -betreibung
Askop
Administrator


Beiträge: 610

03.11.2011 23:33
Brandenburgische Denkmalpflege: auch nicht besser als Nds. Zitat · Antworten

Zufällig bin ich auf die Homepage der Bockwindmühle Paretz/Bbg. gestoßen: www.muehle-paretz.de
Man lese und staune! (Hervorhebungen durch mich, K.R.)

Zitat
Bisher wurde einfaches, primitives Leben kultiviert (wie auf Berghütten).
Jetzt finden Vorbereitungen statt, den Komfort durch WC, Dusche und Zentralheizung (alles in der Mühle) zu erhöhen


Welche Vorhaben sind noch an der Mühle zu realisieren?
1.)Restaurierung oder Erneuerung des großen Kammrades
2.)Neueinrichtung der Presse (Bremse) aus alten und neuen Teilen
3.)Kauf und künstlerische Gestaltung der Segeltücher
4.)Zentrierung des Mahlganges und Bau eines neuen Esels (bewegliche Lagerung des Bollspiels)
5.)Überdachung der Außentreppe

Komfortable Bockwindmühle mit WC, Dusche, Zentralheizung und künstlerisch gestalteten Segeltüchern!!!??? Hat es das in der langen Geschichte der Windmühlen jemals gegeben? Eine Küche im ausgemauerten Bock(gestell)? Und wie es auf den Bildern aussieht, hat man zwischen den Standfinken eine "Bärenhöhle" eingerichtet. Aber hallo! Wie verträgt sich das mit dem Denkmal-Status?

Aber es ist, wie schon in anderen Postings dargelegt: Der Denkmalschutz steht nur auf dem Papier - zumindest für Mühlen. Spätestens mit der Wiedereinweihung einer Mühle ist für den staatl. Denkmalschutz die Sache erledigt und der Mühleneigner oder -betreiber/nutzer kann ganz nach Lust und Laune (und ohne weitere Genehmigung) verfahren. Kein Mensch guckt später mal nach der denkmalgerechten Nutzung, Einrichtung und Ausstattung der Mühle.

Noch schlimmer: mitunter werden die haarsträubenden Ergebnisse von Sanierungs- und Umnutzungsvandalismus noch ins Gegenteil verkehrt und als "stolze Leistung" in aller Öffentlichkeit präsentiert und ins Internet gestellt. Was wiederum auf ein weiteres Problem verweist: Möglicherweise sind sich die Verursacher von "Denkmalvandalismus" des eigenen Tuns gar nicht bewußt, weil ganz offensichtlich das allgemeine und individuelle Schuld- bzw. Unrechtsbewußtsein bei Mißachtung des Denkmalschutzes noch sehr unausgeprägt ist bzw. noch in den Kinderschuhen steckt?

Wäre nicht schlecht, wenn es zur Hebung des Rechtsverständnisses für "Mühlendenkmalschutz" bundesweit so eine Art Mühlen-TÜV geben würde, von mir aus auch Mühlen-HU. Dabei wird jede Mühle jährlich oder aller 2 Jahre überprüft auf Einhaltung der Denkmalschutzkriterien. Bei Mißachtung werden Sanktionen samt Termine festgelegt: Rückbau (Herstellung des vorigen Zustandes), Ordnungsgeld gegen den/die Verantwortlichen, ggfs. Rückzahlung erhaltener Fördermittel u.a.m.

Glück zu!

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