Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 

Mühlen- und Müllerforum "Glück zu!"

Einige Bereiche des Forums erfordern eine Mitgliedschaft (Anmeldung/Registrierung).
Neue Mitglieder stellen sich bitte im Mitgliederbereich vor.
Für den Inhalt eines Beitrags trägt der Autor die juristische Verantwortung, nicht der Forenbetreiber.



Viel Spaß!

wünscht der Mühlenverein Holländermühle e.V., Straupitz/Spreewald

Aktuelle Unwetterwarnungen für Deutschland
Zur Unwetterwarnung die Karte anklicken!


Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 9 Antworten
und wurde 513 mal aufgerufen
 Mühlenerhaltung und -betreibung
Askop
Administrator


Beiträge: 610

05.10.2010 11:55
Fachfrage an Metaller/Schweißer Zitat · Antworten

Der Hydraulikzylinder unserer alten Ölpresse hat neuerdings irgendwo ein klitzekleines Loch in der Wandung. Zumindest bilden sich immer wieder Tropfen von Hydrauliköl an der glatten Wandung außen, wo eigentlich kein Öl sein dürfte. Die Wandung besteht aus Grauguß und ist um die 50 mm stark, vielleicht auch mehr. So genau haben wir das bisher noch nicht gemessen. Der Zylinderdruck liegt bei ca. 320 bar.

Fragen an den Fachmann:

1. Was könnte die Ursache der Undichtigkeit sein? Lochfraß? Lunker?
2. Wieso tritt der Defekt erst jetzt bzw. einige Jahrzehnte nach Herstellung auf?
3. Wie läßt sich die genaue Schadensstelle und deren Größe ermitteln?
Möglicherweise gibts ja in der Wandung poröse Stellen, deren Lage und Verlauf von außen nicht zu erkennen sind. Man sieht ja nur die Öltropfen, die Austrittsstelle selbst läßt sich wohl nur mit dem Mikroskop feststellen.

4. Welche Reparaturmethoden bzw. Varianten?

Untersuchung und Reparatur müßte vor Ort erfolgen. Länger als 1 Tag oder 2 Tage am Wochende (Sa/So) können wir die Presse nicht entbehren und außer Betrieb setzen, denn sie ist das Herzstück unserer Produktion, mit der wir den Unterhalt der Mühle samt Personal sichern. verdienen.

Anbei ein paar Bilder, der Zylinder ist das Teil, wo das Manometer drauf sitzt.

Danke schon mal!

Glück zu!

Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
 Ölpresse.JPG  Pressform einhängen B. Wenzel.JPG  Presskolben(3).JPG 
Schmiede



Beiträge: 509

05.10.2010 18:57
#2 RE: Fachfrage an Metaller/Schweißer Zitat · Antworten

Hallo Klaus,

Dass der Zylinder durch die Wandung nässt, halte ich für unwahrscheinlich!

Du musst den Zylinder von außen komplett trocken legen.

1. Den Druck komplett runterfahren.
2. Mit Bremsenreiniger und Druckluft den kompletten Zylinder staub trocken legen. Die Dichtungen können mit Kontakt des Reinigers aushärten und brechen!!
3. Für gute Beleuchtung sorgen.
4. Druck hochfahren.
5. Jetzt kontinuierlich den kompletten Zylinder Sichtprüfen ob irgendwo; Nässe auftritt.
Damit meine ich die kleinste Feuchtigkeit!

Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Undichtigkeit bei einer Dichtung liegt.

Übrigens!

Zitat
Zitat: 2. Wieso tritt der Defekt erst jetzt bzw. einige Jahrzehnte nach Herstellung auf?


Wie Du weißt, bin ich gelernter Landmaschinenmechaniker.

Damals kamen die Bauern zu uns in die Werkstatt und sagten, fragend.

Wie so löpp dat nich mehr dat häf doch immer laupen?

Gruß aus der Schmiede!
Andreas
[line]
Wer nicht lesen will, der soll es sein lassen!

nordostwind



Beiträge: 87

05.10.2010 19:58
#3 RE: Fachfrage an Metaller/Schweißer Zitat · Antworten

Hallo Klaus.
Als Erstes würde mann sicher auf die Dichtungen schließen, wie schon von Andreas erkannt.
Ich hätte da noch einen Tipp.
Bei einem Druck von 320 bar kann Gußwerkstoff schon mal undicht werden, da im Material Kohlenstoffeinlagerungen in lamellarer oder kugelförmiger Form vorliegen. Warum das gerade jetzt Auftritt, schwer zu sagen. Wenn wirklich die Wandungen eine schlechte Stelle haben, gibt es die Möglichkeit des Imprägnierens, ein ''abdichten'', sei es unter Druck oder Vakuum. Es gibt da einschlägige Fachfirmen. Da muß dann aber die ganze Apparatur ausgebaut werden. Aufwändig!

Schöne Grüße
nordostwind

Askop
Administrator


Beiträge: 610

06.10.2010 09:04
#4 RE: Fachfrage an Metaller/Schweißer Zitat · Antworten

Nein, die Dichtungen sind es definitiv nicht. Die werden sowieso permanent überwacht und bei einem Leck gewechselt - die große Kolbenmanschette aus Leder für umme 300 Oironen etwa 1x im Jahr. Das jetzige Leck kommt ab ca. 150 bar aus der trockenen Wandung! Loch oder Riß ist aber mit bloßem Auge nicht zu erkennen.

Vielleicht sollten wir die Austrittsstelle aufbohren, Gewinde reinschneiden und mit einer Schraube wieder zu machen!

Glück zu!

Angefügte Bilder:
Aufgrund eingeschränkter Benutzerrechte werden nur die Namen der Dateianhänge angezeigt Jetzt anmelden!
 P3170005.JPG  P3170007.JPG 
Schmiede



Beiträge: 509

06.10.2010 09:42
#5 RE: Fachfrage an Metaller/Schweißer Zitat · Antworten

Genau dafür ist ein Forum da!
Ich hatte vorher keine Ahnung das es so etwas gibt

Imprägnieren

Gruß aus der Schmiede!
Andreas
[line]
Wer nicht lesen will, der soll es sein lassen!

Askop
Administrator


Beiträge: 610

08.10.2010 08:42
#6 RE: Fachfrage an Metaller/Schweißer Zitat · Antworten

Zitat von Schmiede
Ich hatte vorher keine Ahnung das es so etwas gibt:
Imprägnieren

Und was ist mit Ultraschall zur Lokalisierung von Größe und Verlauf etwaiger Lunker, Risse oder Lochfraß? Mit welchen ca.-Kosten muß man dabei rechnen?

Warst du schon am Ende mit deinem Latein, Andreas?

Glück zu!

Schmiede



Beiträge: 509

08.10.2010 09:50
#7 RE: Fachfrage an Metaller/Schweißer Zitat · Antworten

Zitat von Klaus
Und was ist mit Ultraschall zur Lokalisierung von Größe und Verlauf etwaiger Lunker, Risse oder Lochfraß? Mit welchen ca.-Kosten muss man dabei rechnen?



Suche Dir ein Materialprüfinstitut in deiner Nähe.
Kosten musst Du anfragen.
Der Gusskörper wird augenscheinlich mehrere mögliche Stellen anzeigen, wo Undichtigkeiten auftreten sind.
Ich hoffe Du bist dir sicher das es nicht doch eine Verschraubung oder Dichtung ist. „Öl geht seltsame Wege“!
Wenn es wie Du sagst, doch der Gussmantel ist, würde ich ohne großen Umweg direkt zum Spezialisten gehen. Wie Jörg schon sagt, das sind Fachfirmen mit Erfahrung. Ein ausstehendes Institut fummelt nur stundenlang auf der Presse rum und zeigt dir, wie porös der Körper ist! ?

Gruß aus der Schmiede!
Andreas
[line]
Wer nicht lesen will, der soll es sein lassen!

Askop
Administrator


Beiträge: 610

08.10.2010 17:24
#8 RE: Fachfrage an Metaller/Schweißer Zitat · Antworten

Zitat von Schmiede
Ein ausstehendes Institut fummelt nur stundenlang auf der Presse rum und zeigt dir, wie porös der Körper ist! ?

Wie meinen?

Ansonsten danke, jetzt bin ich geholfen!

Glück zu!

nordostwind



Beiträge: 87

18.10.2010 18:22
#9 RE: Fachfrage an Metaller/Schweißer Zitat · Antworten

Hallo Klaus.
Habt Ihr euch schon entschieden, was Ihr mit dem undichten Hydraulikzylinder der Ölmühle machen wollt?
Wäre mal interressant zu wissen, was zu einer guten Abdichtung führt.

Gruß
nordostwind

Askop
Administrator


Beiträge: 610

18.10.2010 19:12
#10 RE: Fachfrage an Metaller/Schweißer Zitat · Antworten

Zitat von nordostwind
Habt Ihr euch schon entschieden, was Ihr mit dem undichten Hydraulikzylinder der Ölmühle machen wollt?

Nein nein, soooo schnell gehts ja nun doch nicht!
Wir sind noch immer in der Findungsphase zur Lokalisierung des Lecks inkl. Ausmaß und Verlauf (vom Riss, Lunker oder sonstwas). Also Ultraschall. Wird die BTU Cottbus machen (Brandenburgische Technische Universität), die haben das Gerät dafür. Und wenn dann die Diagnose feststeht: "Schau'n mer mal!" Wir haben bislang immer und für alle Probleme eine Lösung gefunden.

Glück zu!

 Sprung  
Xobor Erstelle ein eigenes Forum mit Xobor
Datenschutz