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Mühlen- und Müllerforum "Glück zu!"

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Dieses Thema hat 4 Antworten
und wurde 258 mal aufgerufen
 Mühlenerhaltung und -betreibung
FJ ( gelöscht )
Beiträge:

17.10.2010 13:53
Beiträge für Windmühlenversicherungen Zitat · Antworten

Moin,

aus aktuellem Anlass mal eine Frage in die Mühlenbetreiberrunde. Ich muss morgen zu unserer Gemeinde um mich mit denen über die Mühlenversicherung zu unterhalten. Die Gemeinde hat eine Versicherung für ihre Mühlengebäude abgeschlossen und wir als Mühlenverein/-betreiber müssen die Prämien für die Versicherung entsprechend dem Pachtvertrag bezahlen. Die Gemeinde hat eine Feuer-, Leitungswasser- und Sturmversicherung bei der VGH abgeschlossen. Ist wohl die Versicherungsgruppe für die Kommunen. Es ist ja kein Geheimnis und deshalb rücke ich mal hier mit Zahlen raus.

Wir haben insgesamt ein Wohnhaus zu versichern, die Windmühle und eine voll ausgestattete Motormühle. An Prämien kommen da pro Jahr dann für die drei abgesicherten Risiken ca. 3.000 Euro bei rum. Das ist für so einen kleinen Verein wie unserem Mühlenverein doch schon eine stattliche Summe. (Ich werde wohl um ein Nachverhandeln beim Pachtvertrag nicht umhinkommen!)

Deshalb hätte ich gerne mal ein paar Vergleichszahlen, was bei euch so für die Versicherungen gezahlt wird. Bei Axel kann ich mich aus alten Diskussionen erinnern, dass wohl ähnlich hohe Beträge gezahlt werden. Aber, da die Gemeinde vermutlich keine Vergleichsangebote eingeholt hat, möchte ich mal sehen, ob wir mit der VGH im oberen oder doch eher im unteren Prämienbereich liegen.

Ihr könnt mir eure Zahlen ja auch gerne per Privater Mail (PM) schicken, wenn sie nicht so öffentlich diskutiert werden sollen. Vielen Dank schon mal für die Antworten.

Franz Josef Albers
Windmühle Lechtingen e.V.

Askop
Administrator


Beiträge: 610

17.10.2010 20:21
#2 RE: Beiträge für Windmühlenversicherungen Zitat · Antworten

Zitat von FJ
Deshalb hätte ich gerne mal ein paar Vergleichszahlen, was bei euch so für die Versicherungen gezahlt wird.

Tut mir leid, mein lieber Franz Josef, aber das würde Dir nicht viel nutzen. Die Bedingungen der Mühlen sind so verschieden wie .... Äppel und Birnen oder so ... Du verstehst?
Vertragsart (Neuwert/Zeitwert)? Versicherte Risiken (Feuer/Wasser/Sturm)? Versicherungssumme (Wert 1914)? Gefahrklasse (nach Bauweise)? Risiko-Zuschläge/Abschläge (Bedachungsart, Blitzschutz u.a.m.)?

Unsere Windmühle wurde bewußt nicht zum gleitenden Neuwert versichert, sondern - aus Kostengründen - lediglich zum Zeitwert. Auch hat die Windmühle keinen Wasseranschluß, also haben wir nur die Risiken "Feuer/Sturm" versichert, aber "Leitungswasser" ausgeschlossen. Wenn man da nicht aufpasst, hat man schnell ein Risiko versichert, welches gar nicht vorhanden ist, aber der Versicherung wäre es egal bzw. zum Vorteil.
Unser Müllerhaus ist nur gegen Feuer/Leitungswasser versichert, aber nicht gegen Sturm.

Für Deine Verhandlungen mit der Gemeinde empfehle ich Folgendes.

1. Jammern, jammern, jammern! Natürlich sind 3.000 € 'ne Menge Kohle.
2. Zwei Versicherungsangebote einholen lassen (durch die Verwaltung) zu gleichen Grundlagen und Konditionen wie jetzt.

Besser wäre es vielleicht, wenn Du Dir die Vertragsunterlagen kopieren läßt und selber verschiedene Angebote einholst.
So wie seinerzeit Axel. Durch die Wahl einer wirklich guten Versicherung(stante) hat er richtig Kohle sparen können.

Na ja, der Gemeinde könnte es eigentlich gleichgültig sein, denn die Prämienkosten werden ja 1:1 an euern Verein als Pächter weitergereicht. Das ist bei uns auch so, und deshalb habe ich seinerzeit in den Pachtvertrag eine Klausel schreiben lassen, die uns als Pächter das Mitspracherecht in Versicherungsangelegenheiten sichert.

Na dann, viel Erfolg ... beim Verhandeln!

PS.: Mir scheinen ca. 3.000 € für alle Gebäude (Windmühle, separate Motormühle und ein Wohnhaus) eigentlich normal und nicht übermäßig verteuert. Vergleichsangebote können aber nicht schaden. Und den jetzigen Vertrag muß man abklopfen, ob eventuell unnötige Risiken versichert sind und raus können.

Glück zu!

FJ ( gelöscht )
Beiträge:

17.10.2010 22:08
#3 RE: Beiträge für Windmühlenversicherungen Zitat · Antworten

Hallo Klaus,

danke erst mal für deine schnelle Antwort. Das ist mir allerdings auch schon klar, dass man da die verschiedenen Verträge nicht 1:1 auf andere Mühlen beziehen kann. Ich wollte auch nur mal so allgemein hören, wie Verträge gestaltet sind bzw. was überhaupt so gezahlt wird. Insofern hast du mir schon geholfen mit deiner Antwort. Wir haben damals beim Abschluss unseres Pachtvertrages nicht an derart hohe Versicherungskosten gedacht, als wir uns mit der Übernahme durch den Verein einverstanden erklärt haben. Dann bin ich allerdings auch positiv denkend davon ausgegangen, dass der Mühlenverein vielleicht vorher gefragt wird, bevor man so eine "Luxus"-Versicherung abschließt. Das war aber wohl ein klassisches Eigentor. Bei uns in der Gemeindeverwaltung hat man es nicht nötig, mit einem einfachen Verein zu reden. Haben wir in letzter Zeit bereits mehrmals festgestellt. Werde ich mal im Gespräch mit unserer 1. Gemeinderätin anmerken. Für die Gemeindeverwaltung ist es bisher immer misslich ausgegangen, wenn sie uns als Verein nicht von Anfang an mit ins Boot genommen hat. Das wird auch diesmal nicht anders sein.

Zitat von Askop
Unsere Windmühle wurde bewußt nicht zum gleitenden Neuwert versichert, sondern - aus Kostengründen - lediglich zum Zeitwert.



Das wäre ja auch für uns schon mal eine Idee. Ich glaube dazwischen liegen "finanzielle" Welten. Zur Zeit hat man unsere Mühlen natürlich zum gleitenden Neuwert versichert. Lediglich angrenzende Scheunen und Remisen (jawohl, die sind mitversichert) wurden zum Zeitwert erfasst.


Zitat von Askop
Auch hat die Windmühle keinen Wasseranschluß, also haben wir nur die Risiken "Feuer/Sturm" versichert, aber "Leitungswasser" ausgeschlossen. Wenn man da nicht aufpasst, hat man schnell ein Risiko versichert, welches gar nicht vorhanden ist, aber der Versicherung wäre es egal bzw. zum Vorteil.



Hey Klaus, hast du unsere Verträge gesehen. Genauso ist es bei uns auch. Darauf ist aber dann auch schon der Versicherungsvertreter gekommen, als ich dort erstmal um Erläuterung gebeten habe. Die Gemeindeverwaltung sah allerdings bisher immer noch keinen Grund, deswegen die Versicherungsverträge zu ändern. Mal sehen, ob das so bleibt? Ich glaube kaum.


Zitat von Askop
Unser Müllerhaus ist nur gegen Feuer/Leitungswasser versichert, aber nicht gegen Sturm.



Das wäre auch noch eine Idee, aber das macht glaube ich nicht viel aus. Der Betrag für unser Wohnhaus dürfte wohl nicht so ins Gewicht fallen. Teuer sind wohl die beiden Mühlen.

Zitat von Askop
Für Deine Verhandlungen mit der Gemeinde empfehle ich Folgendes.
1. Jammern, jammern, jammern!



Ja, das kann ich mittlerweile schon ganz gut. Und unser Vorteil ist, wenn der Mühlenverein die Arbeit nicht weiter machen würde, hätte die Gemeinde die Mühlen selber am Hals. Da habe ich imho eine ganz gute Ausgangsposition.

3.000 Euro sind für uns wirklich kein Pappenstiel. Da wir ja nicht so ein großes Gewerbe an unserer Mühle laufen haben würden wir zum großen Teil nur für die Versicherung der Gebäude arbeiten. Da habe ich nun wirklich keine Lust zu. Im Grunde genommen kann man sich als kleiner Verein solche Versicherungen nicht leisten.


Zitat von Askop
Na ja, der Gemeinde könnte es eigentlich gleichgültig sein, denn die Prämienkosten werden ja 1:1 an euern Verein als Pächter weitergereicht. Das ist bei uns auch so, und deshalb habe ich seinerzeit in den Pachtvertrag eine Klausel schreiben lassen, die uns als Pächter das Mitspracherecht in Versicherungsangelegenheiten sichert.



Das ist ja das Schlimme, das es ihr wirklich gleichgültig ist. Einerseits macht unsere Gemeinde Werbung mit der Windmühle (es gibt ja sonst nicht so viel Sehenswürdiges) aber andererseits wirft sie einem immer wieder Steine in den Weg. Dabei könnten sie in der Gemeindeverwaltung froh sein, dass sie solche "Deppen" haben, die die Mühle in ihrer Freizeit erhalten und damit die Gemeinde bekannt machen und anlässlich des Mühlentages tausende von Leuten anziehen. Aber wem sage ich das. In manche Köpfe will so etwas einfach nicht rein!


Zitat von Askop
Na dann, viel Erfolg ... beim Verhandeln!



Danke, danke, wird schon werden. Ich habe ja nichts zu verlieren!
Werde mal anschließend hier berichten!

Drückt uns die Daumen!

Askop
Administrator


Beiträge: 610

17.10.2010 22:54
#4 RE: Beiträge für Windmühlenversicherungen Zitat · Antworten

Zitat von FJ
Drückt uns die Daumen!

Klaro, machen wir doch gerne!
Und dränge drauf: Was nicht vorhanden ist (z.B. Leitungswasser), muß man nicht versichern und erst recht nicht bezahlen!

Glück zu!

Flachmüller
Mühlenpapst Axel I. (Co-Admin)


Beiträge: 533

18.10.2010 14:57
#5 RE: Beiträge für Windmühlenversicherungen Zitat · Antworten

Hallo, ja Klaus hat recht,
die Hamburger Feuerkasse wollte für unsere Mühle 1,2 Mio Wiederaufbauwert, dem Cafè, Anbau mit gesamt 400m² Geschäft und Wohnung, Schmiede, Garage, Ölmühle und den beiden Brücken 10.000€ für Feuer, Hagel, Sturm haben.
Dank Klaus (bzw. seiner lieben Versicherungstante) zahlen wir jetzt bei einer Namen haften Versicherung für alles 3.000€ habe allerdings um mein Entgegenkommen zu zeigen, eine Selbstbeteiligung von 5.000€ genommen, denn sie sollen wissen das ich nicht für jeden Scheiß bei ihnen anklingel nur weil z.B. eine Klappe weg geflogen ist und sollte einmal der ganze Windrosenbock oder die Flügel runterkommen bzw. es entsteht ein grösserer Brand, kommt es auf die 5.000€ eh nicht an.
Die Versicherungskosten für die beiden Geschäfte gebe ich allerdings an meine Mieter weiter, so das ich alleine für die Mühle bei ca. 2.300€ im Jahr liege.

Du kannst eine Mühle natürlich auch nur gegen Abbruch versichern, sprich wenn die Hütte abgebrannt ist kommt eine Firma die den Müll aufräumt und an der Stelle der Mühle einen Rasen sät, das kostet dann ca. 500€ im Jahr.


Beste Grüsse
Axel



Mit öligen Grüßen aus Hamburgs ältester Windmühle und jüngster Speiseölmanufaktur!
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Axel

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