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Mühlen- und Müllerforum "Glück zu!"

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Dieses Thema hat 6 Antworten
und wurde 451 mal aufgerufen
 Windmühlen
ultratrieur



Beiträge: 2.209

05.10.2010 10:52
Glück im Unglück Zitat · Antworten

... ich wollte Euch nur mal dieses eindrucksvolle Bild vorstellen. Das ist übrigens NICHT Twielenfleth - aber die Rute hat unter ähnlichen Bedingungen ähnlich lange gehalten. Allerding war in diesem Fall nicht die Schweißnaht schuld!



Hoffen wir mal nicht, dass wir hier die Spitze eines Eisberges sehen und dass uns in den nächsten Jahren noch etliche Ruten aus der Zeit des sorglosen Umgangs mit Konstruktions- und Schweißstandards den lauten Abgang machen...

Grüßli und GZ!


Flrian



Flo der Liebe

De Molenaar



Beiträge: 285

05.10.2010 15:19
#2 RE: Glück im Unglück Zitat · Antworten

Puh, das macht mir ehrlich gesagt etwas Angst!!!
Was kann ich tun das das in Bunde nicht passiert? Wohl jetzt nix mehr oder?
Wir haben unsere Flügel damals von einem Rutenbauer aus Südholland bekommen da der eigendliche Lieferand direkt über die Grenze wohl schon eine Zeit lang schlechte Qualität geliefert hatte.
Die schlechte Qualität hat sich dann kurz nachdem unsere Flügel dran waren an den Mühlen Papenburg und Logabirum gezeigt, gut unsere sind noch dran und vieleicht auch besser aber was halten die aus?
Unsere Mühle ist seit der Pensionierung meines Vaters auch fast täglich am drehen.

Fragen über fragen

Glück Zu

Arno

ultratrieur



Beiträge: 2.209

05.10.2010 15:37
#3 RE: Glück im Unglück Zitat · Antworten

Also ich denke mal, dass die Entwicklung zu einer Art "Ruten-TÜV" hin geht (oder gehen muss). Also alle 5 Jahre oder so fährt jemand wie z.B. der Schmied aus Melle mit seinem Koffer voller Prüfgeräte zu Mühlen und prüft die kritischen Stellen.

Wäre man bei mir umme Ecke in H-T vor zwei Jahren mal mit der Lupe oben bis zum Wellkopf geklettert, hätte man den beginnenden Riss sicherlich auch ohne Messgeräte entdecken können... also von wegen Bunde: lasst die Mühle doch lieber mal nen Tag weniger drehen und klettert dafür rum und guckt.

In dem hier per Foto vorgestellten Fall hätte regelmäßig gucken wohl kaum geholfen. Die Rute ist in einem Bereich gebrochen, wo "kein Sonnenschein je hinscheint" . Allerdings wäre dieser Bruch wohl auch zu vermeiden gewesen, wenn die Konstruktion korrekt gewesen wäre. Schuld war wohl eine falsche Ausführung der sog. "Wigschotten" im Innern der Rute dort, wo die Verkeilung sitzt. Man muss sich das so vorstellen, dass unter den Keilen keine feste Unterkonstruktion saß, sondern nur das flache Blech, das sich dann beim Keilen und Drehen rein und wieder raus gedrückt hat. Bei anderen Mühlen, die nicht täglich drehen, wäre das wohl auch 30 oder 40 und nicht nur 20 Jahre gut gegangen.


Und damit kommen wir zum eigentlich viel wichtigeren Teil: wer gibt in Deutschland Qualitäts- und Konstruktionsstandards für Stahl-Ruten vor und wie kann man verhindern, dass jemand (siehe anderer Thread) sich Mühlenbauer nennt, irgend jemandem einen Satz Flügel verkauft und eigentlich nix wie heiße Luft produziert, die dann in 19 oder 20 Jahren wieder abk(n)ackt??? Und wie verhindern wir, dass (durchaus wohlmeinende) unkundige Mühlenvereinsleute einen Bauvertrag über Rutenschrott abschließen und dann keine Handhabe haben, gegen die Lieferung von Rutenschrott vorzugehen?


Schmied, hilf uns!!! Wir brauchen Deinen Sachverstand und Dein Stahl-Insiderwissen!!!!


Gruß und GZ!

Flrian


P.S.: Eigentlich wäre so eine Normung ja Sache der D.G.M. e.V. - wer hat ausreichend gute Kontakte, um die Benennung eines Rutenbeauftragten zu erwirken, der Grundlagenarbeit macht und z.B. die niederländishen "Richtlijnen" für Deutschland (z.B. dort nicht genannte Kreuze mit Bruststücken) adaptiert???

P.P.S.: Ach so, was Eure Ruten in Bunde angeht... stammen die vielleicht von http://www.straathofkonstruktie.nl ? Zuid Holland würde passen!



Flo der Liebe

Schmiede



Beiträge: 509

05.10.2010 17:58
#4 RE: Glück im Unglück Zitat · Antworten

Moin Moin,

Wenn Florian das Bild auch nur annähernd so groß wie das Ziegenbild hätte, lies sich sicher mehr erkennen.

Zitat
Zitat:Schuld war wohl eine falsche Ausführung der sog. "Wigschotten" im Innern der Rute dort, wo die Verkeilung sitzt.



Die innere Abstützung ist vorhanden.
Es sieht aus als wäre das Kastenprofil genau an der Stelle eingerissen, wo das innere Stützblech eingeschweißt wurde.
Das die Rute gebrochen ist kann an viele Ursprünge haben.
1. Ist die Materialstärke der Bleche richtig bemessen? (Siehe Richtlinien)
2. Ist die richtige Materialgüte verwendet worden? (Herstellerzertifikat gehört zu jeder Lieferung)
3. Sind die Bleche mechanisch oder thermisch bearbeitet worden? (Gefügeveränderung)
4. Wurde das innere Stützblech zu heiß eingeschweißt? (Heißrisse innen)
5. Wurden die Kehlnähte des Kastenprofil ordentlich ausgeführt? (Kanten der Stahlruten 2 oder 3 lagig geschweißt)
6. Wurden alle Schweißnahtlagen sauber ausgeschliffen, bevor die nächste Lage verschweißt wurde.
7. Wurde die Decklage eingeschliffen, damit ein ebener Übergang entsteht?
8. Wurden die Bleche ohne Lücke komplett verschweißt? In Rissen bzw. in Lücken zieht Wasser und der Stahl fängt an zu
rosten.Der Rost dehnt sich aus und setzt das Profil unter Spannung. Siehe Richtlinien für Stahlruten!
9. Oder war es aufgrund des Alters; eine Material Ermüdung


Fragen über Fragen

Gruß aus der Schmiede!
Andreas
[line]
Wer nicht lesen will, der soll es sein lassen!

De Molenaar



Beiträge: 285

05.10.2010 18:03
#5 RE: Glück im Unglück Zitat · Antworten

Ich denke auch ein Ruten Tüv wäre das richtige für uns in Deutschland. Aber dann würden wohl in nächster Zeit eine menge Mühlen ohne Flügel darstehen.
Auch eine Renovirung einer Mühle wäre ja teurer da geprüfte Ruten die den anforderungen entsprechen teurer sein müssen als der heutige Gammel.
Eine Lösung könnte aber auch sein das wenn jemand wirklich interesse an guten Flügeln hat er diese in den Niederlanden bestellt weil sie dann zumindest nach den Niederländischen Richtlinien gebaut werden.

Gibt es bei Ruten eigendlich auch ein Ablaufdatum? Wenn ich meine Mühle täglich im Schnellgang drehen lasse, habe ich doch wesendlich mehr Lastwechsel an den Ruten als wenn sie nur 2x im Jahr dreht. Diese Lastwechsel müssten den Ruten doch zu schaffen machen oder ist das vernachlässigbar? Wie lange hält so eine Rute denn im algemeinen? Und woran erkenne ich das es Zeit ist für eine neue?


In Bunde gucken wir regelmäßig die Mühle durch, dazu gehören auch die Flügel bislang ist noch nix aufgefallen was besorgnisserregend wäre.
Wer die Ruten nun gefertigt hat werde ich demnächst mal gucken, wir haben nämlich ein Typschild auf unseren Ruten (vielleicht ein gutes Zeichen)

Glück Zu

Arno

Askop
Administrator


Beiträge: 610

05.10.2010 18:36
#6 RE: Glück im Unglück Zitat · Antworten

Zitat von Schmiede
Moin Moin,

Wenn Florian das Bild auch nur annähernd so groß wie das Ziegenbild hätte, lies sich sicher mehr erkennen.

Hhhhmmmm, bei mir füllts fast den Bildschirm aus. Hast du mal draufgeklickt und den Link zur Bildergalerie geöffnet?

Glück zu!

Askop
Administrator


Beiträge: 610

05.10.2010 18:52
#7 Ruten-TÜV Zitat · Antworten

Zitat von De Molenaar
Ich denke auch ein Ruten Tüv wäre das richtige für uns in Deutschland. Aber dann würden wohl in nächster Zeit eine menge Mühlen ohne Flügel darstehen.
Auch eine Renovirung einer Mühle wäre ja teurer da geprüfte Ruten die den anforderungen entsprechen teurer sein müssen als der heutige Gammel.

Also so pauschal würde ich nicht von "heutigem Gammel" sprechen wollen. Es gibt ja schon seit Längerem für den Rutenbau zertfizierte Betriebe, wenn nicht in D, dann zumindest in NL. Wenn man dort anerkannte Qualitätsware ordert, brauchts IMHO keinen deutschen TÜV mehr. Na, von mir aus auch TÜV, dann aber im Abstand von 1 - 5(?) Jahren je nach Beanspruchung bzw. Betriebsstunden.

Glück zu!

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