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Mühlen- und Müllerforum "Glück zu!"

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Dieses Thema hat 21 Antworten
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 Windmühlen
Seiten 1 | 2
nordostwind



Beiträge: 87

09.04.2011 17:35
Bockwindmühle Oppenwehe Zitat · Antworten

Am Freitag wurden die neuen Ruten an der Oppenweher Bockwindmühle montiert. Ein Probelauf fand zum Abschluss der Arbeiten statt.

Gruß
Jörg

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Sägemüller



Beiträge: 208

10.04.2011 13:47
#2 RE: Bockwindmühle Oppenwehe Zitat · Antworten

Ich kommentiere die Flügel jetzt mal nicht, aber die Mühle sah mal ziemlich schön aus!

Gruß!
Jan (Windmühle Lechtingen)

nordostwind



Beiträge: 87

10.04.2011 16:08
#3 RE: Bockwindmühle Oppenwehe Zitat · Antworten

So möchte ich es mit dem Kommentar zu den Ruten auch halten. Mal abwarten, was die Auswertungen über die Leistungsverhältnisse der alten und neuen Ruten ergeben.

Schöne Grüße
Jörg

Askop
Administrator


Beiträge: 610

11.04.2011 15:20
#4 Segeltücher in Oppenwehe Zitat · Antworten

Zitat von nordostwind
Am Freitag wurden die neuen Ruten an der Oppenweher Bockwindmühle montiert.

Also ich verstehe das ganze System nicht!

Warum stehen die Ruten so weit vor, dass man neuerdings 2 Tücher pro Spitze braucht? Zum Aufsegeln muß man nun immerhin 8x in die Flügel steigen (2x pro Spitze).

Und wie funktioniert die Tuchbefestigung? Es sind keine Klampen (Frösche) zu sehen!

Fragen über Fragen!

Glück zu!

Sägemüller



Beiträge: 208

11.04.2011 18:07
#5 RE: Segeltücher in Oppenwehe Zitat · Antworten

Wie genau das jetzt in Oppenwehe funktioniert weiß ich auch nicht, aber in dem folgenden Video kann man sich einen Eindruck machen.

Den Typen mit den Holzschuhen in den Flügeln lassen wir mal unkommentiert.

http://www.youtube.com/watch?v=_F879UjhLHk

Gruß, Jan

Gruß!
Jan (Windmühle Lechtingen)

Askop
Administrator


Beiträge: 610

11.04.2011 18:42
#6 RE: Segeltücher in Oppenwehe Zitat · Antworten

Zitat von Sägemüller
in dem folgenden Video kann man sich einen Eindruck machen.

Okay, aber in Oppenwehe kann ich keine Stricke erkennen.

Zum Video: Die Mühle dreht m.E. mit mind. 100 Enden!

Glück zu!

nordostwind



Beiträge: 87

11.04.2011 19:40
#7 RE: Segeltücher in Oppenwehe Zitat · Antworten

Klaus, es sind wie Du es nennst Klampen zum Segelbefestigen auf den Rutenbäumen vorhanden. Pro Segel sind 3 Leinen an der einen Seite zum Befestigen vorhanden. Die werden wie gewohnt am Heck hinterm Segel angeknotet.
Das Türenzeug ist gedrittelt pro Flügelhälfte, die Türen sind ziemlich groß.
Leider habe ich die unfangreichen Aufbauten in der Mühle für die Leistungsmessungen nicht fotografiert.

Schöne Grüße
Jörg

Askop
Administrator


Beiträge: 610

11.04.2011 19:54
#8 RE: Segeltücher in Oppenwehe Zitat · Antworten

Zitat von nordostwind
Klaus, es sind wie Du es nennst Klampen zum Segelbefestigen auf den Rutenbäumen vorhanden.

Glück zu!

FJ ( gelöscht )
Beiträge:

11.04.2011 22:36
#9 RE: Segeltücher in Oppenwehe Zitat · Antworten

Das Video von Jan war ja mal wieder ganz interessant. Also der Typ mit den Holzschuhen müsste Marc Crins sein, wenn ich mich nicht allzu sehr täusche. Wir hatten gerade in einem anderen Thema schon mal den Namen. Er scheint dann auch die Segel für die Mühle gemacht zu haben. Aber da müsste ja unser neues Mitglied "Lümbacher" was zu sagen können. Auf jeden Fall scheint er das mit den Holzschuhen nicht zum ersten Mal zu machen.

Hier übrigens seine Internetseite http://www.molenzeilen.com/

Klaus, ich hätte so auf ca. 80 Enden getippt. Dafür läuft die Mühle aber sehr ruhig!

Franz Josef

Askop
Administrator


Beiträge: 610

11.04.2011 22:44
#10 RE: Segeltücher in Oppenwehe Zitat · Antworten

Zitat von FJ
Klaus, ich hätte so auf ca. 80 Enden getippt.

Also wenn man die Sekunden zählt ... einundzwanzig ... zweiundzwanzig usw., dann rauschen in 2 Sek. mind. 3 Enden vorbei (ich suche mir immer einen festen Punkt, z.B. ein Fenster). Ich meine aber, es könnte sogar noch mehr sein. Gugg mal genau hin.

Glück zu!

Mehltheuer



Beiträge: 699

08.07.2012 10:02
#11 RE: Segeltücher in Oppenwehe Zitat · Antworten

Da jetzt immer wieder Oppenwehe in den Threats genannt wird, hier noch ein paar Gedanken dazu:

Die BWM wurde an diesem Standort 1868 gebaut, damals hatte sie garantiert nicht solche komischen Flügel.
Die Ausrüstung mit mehreren Gängen und Elevatoren ist sehr modern und wenn Klaus da Jalousieflügel
vermutet, dann kann das ja durchaus so sein.

Zu den Flügeln:

Wo soll das historische Vorbild zu solchen Flügel sein? Wie praktikabel sollen die gewesen sein?
Achtmal da rumklettern um die Segel zu reffen, die blöden Windbretter bei Sturm abmontieren?
Ich kann mir nicht vorstellen, warum es es solche Flügel mal gegeben habe soll.

Im Lutrell Psalter aus dem 14.Jhrd, gibt es eine Darstellung mit Widerstandsläufern
Lutrell.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Quelle: British Liberary

Dies ist angeblich eine der ältesten Darstellungen einer Windmühle die es gibt und wenn man
genau hinschaut, dann haben Flügel ein gleich breites Vor und Hinterheck.
Diese Flügelform hat sich speziell in Südeuropa zusammen mit den Segelflügeln des Mittelmeeres
erhalten, oft für kleine Mühlchen mit einem Schrotgang.
Eine seltene Ausnahme war wohl die Mühle in Dol de Bretagne, die mehrere Steine, Aspirateur, Sachskanter usw
mit diesen Flügeln antrieb. Aber auch hier wurde schon im 19.Jhrd eine Dampfmaschine angebaut, obwohl die
Mühle sehr Windgünstig auf einem Hügel-dem Dol- an der Küste steht.
800px-Moulin_de_mont_dol.jpg - Bild entfernt (keine Rechte)
Quelle: Wikipedia

Okay es mag solche Flügel ähnlich Oppenwehe gegeben haben, zu einer Zeit als die Windmüllerei am Anfang stand.
Aber die Holländer haben wohl im 16.Jhrd als sie die Paltrocksägen erfanden nach Flügelformen mit einem
höheren Drehmoment gesucht, sicher weil es ja Kraft braucht 2 to schwere Sägerahmen hochzuziehen.
Auch haben sich verschiedene große Gelehrte der Menschheitsgeschichte wie Euler, Bernoulli, Colomb usw.
mit den Mühlenflügeln beschäftigt. Warum? Sie wollten das System optimieren und komischerweise kam
keiner auf die Widerstandsläufer des Mittelaters, sondern alle tendierten zu den holländischen Profilen
die wir heute mehr oder weniger verwenden.

Können sich die Betreiber an der Zaanse Schans mit ihren ehemals 600(!) Windmühlen und diese großen Gelehrten
alle geirrt haben?
Sicher nicht.

Vielleicht wollte man in Oppenwehe ausprobieren, wie diese mittelaterlichen Flügel wirkten und hat daher
Leistungsmessungen vorgenommen? Um zu vergleichen, wie schlecht die Flügel am Anfang der Evolution waren?
Leider hat keiner auf meine E-Mails geantwortet, die ich geschrieben habe, ist aber nichts neues
Aber dann hätte man auch richtige Flügel anbauen können, wie im Lutrell Psalter dargestellt und nicht mit öffentlichen
Geldern so ein Phantasieprodukt.
Ganz abgesehen davon, das es absolut...ist, solche Flügel an eine "moderne BWM" zu hängen, keiner baut ja auch
heutzutage einen Bergfried an ein Rennaissanceschloß, mit der Begründung das sich Rennaissanceschlösser ja irgendwie
aus den mittelalterlichen Bergfriedtürmen entwickelt hätten.
Niemand bringt Butzenscheiben an Bauhäusern an, außer in Brachstedt, da steht eine Mühle Bj. 1950 und das Klofenster
hat Butzenscheiben. @ Ultratrieur: Es gibt sie doch die Motormühle mit den Butzenscheiben.
So jetzt hab ich gelästert, aber ich sehe die Oppenweher Aktion als Extremfall eines Missgriffs, anders als
Remklepps usw.

Gruß aus der Klapsmühle!
Paul



Andere haben so nutzlose Steinhaufen gebaut, die Pyramiden genannt werden, ich baue lieber Mühlen, die nützen wenigstens den Menschen.

Askop
Administrator


Beiträge: 610

08.07.2012 10:26
#12 RE: Segeltücher in Oppenwehe Zitat · Antworten

Zitat von Mehltheuer im Beitrag #11
So jetzt hab ich gelästert, aber ich sehe die Oppenweher Aktion als Extremfall eines Missgriffs
Falsch, gaaaanz falsch; lästern ist etwas gaaanz Anderes!

Zitat
abfällige, böse Bemerkungen über etwas oder jmdn. machen; lạ̈stern: böse Bemerkungen über jemanden/etwas machen = über jemanden/etwas spotten, jemanden verspotten (Sie lästerte darüber, dass er schwer wie ein Elefant sei.)

Quelle: http://de.thefreedictionary.com/l%C3%A4stern

Dein Beitrag ist eine recht sachliche Abhandlung und Betrachtung zu den Oppenweher Flügeln. Hast Du dabei böse Bemerkungen gemacht oder jemanden verspottet? Ich sehe nichts!

Glück zu!

Sägemüller



Beiträge: 208

08.07.2012 11:58
#13 RE: Segeltücher in Oppenwehe Zitat · Antworten

Oppenwehe ist ja nicht weit von Lechtingen. Vieleicht könnte man sich da ja einladen, wenn wir ein Müllertreffen machen. Dann haben wir die Möglichkeit mal ganz offen direkt an den Flügeln, und mit Leuten von der Mühle zu diskutieren...

Gruß!
Jan (Windmühle Lechtingen)

Ansgar



Beiträge: 441

06.07.2012 19:01
#14 RE: Oppenweher Deppenflügel Zitat · Antworten

Nach der diesjährigen DGM-JHV war ich bei der Bockwindmühle Oppenwehe, die man hier in der Regel als Deppenflügelmühle kennt. Ich hab da keine spezielle Erfahrung, aber die Müller sagten, daß die Mühle mit den neuen Flügeln jetzt viel besser laufe als vorher. Wenn das stimmt, was ist da also das Problem?


Eine Mühle ohne Wasserrad ist keine Mühle.

Askop
Administrator


Beiträge: 610

06.07.2012 21:42
#15 RE: Oppenweher Deppenflügel Zitat · Antworten

Zitat von Ansgar im Beitrag #41
Oppenwehe ... Deppenflügelmühle ... die Müller sagten, daß die Mühle mit den neuen Flügeln jetzt viel besser laufe als vorher. Wenn das stimmt, was ist da also das Problem?[/quote]Gute Frage, aber nicht leicht zu beantworten - vor allem wenn man die Vorliebe des Gegenüber für Wasserräder kennt und dieser Gegenüber eine Mühle ohne Wasserrad hässlich und uninteressant findet.

Zu den Oppenweher Flügeln! Das Argument, dass die neuen Flügel besser laufen als vorher die alten, kann kein Argument sein, um die Auswahl des Flügeltyps zu begründen oder zu rechtfertigen. Ansonsten hätte man mit der gleichen Begründung auch holländische Flügeltypen wie "Ten Have" (Bardowick), "van Bussel" (Lechtingen) oder "Fokk-Wieken" (Neustadtgödens-Oberahm) anbauen können, denn mit jedem der genannten Systeme würde Oppenwehe besser laufen als vorher - garantiert!

Wenn ich eine solche Entscheidung (zur Flügelfrage und anderen Restaurierungsdetails) treffen müsste, dann würde ich mich fragen: was darf man dem Denkmal zumuten? Wie weit darf man gehen, um die Ursprünglichkeit und Authentizität des Denkmals nicht allzu stark zu beschädigen? Wie weit kann und darf man gehen, damit den Besuchern nicht irgendein Phantasieprodukt als Denkmal oder Teil des Denkmals verkauft wird? Das Beispiel mit den Butzenscheiben in einer barocken Kirche wurde schon 1.000 x genannt, passt aber eben wieder mal hierher wie die Faust aufs Auge. Aber was bei Kirchenrestaurierungen als selbstverständlich gilt, warum soll das an Mühlendenkmälern falsch sein? Gibt es unterschiedliche Maßstäbe in der Denkmalpflege ... einmal für Kirchen ... und einmal für Mühlen? Wenn ja, dann würde ich das gerne mal amtlich wissen wollen ... aber bitte Schwarz auf Weiß und mit Quellenangabe.

Auch eine Mühle ist ein Denkmal, und da ist es nach meinem Verständnis einfach Frevel, das Denkmal nach eigenem Gutdünken zu verwursten oder - wie in Oppenwehe - mit mit einem Phantasieprodukt zu versehen, was es so nie gegeben hat und mit dem Denkmal nichts zu tun hat. Aber es wird so getan, als wäre es typisch und Teil des Denkmals - völlig falsch! Hier lügt man sich selber und auch den Besucher bewusst in die Taschen!

Dabei wäre es in Oppenwehe vermutlich gar nicht so wichtig, ob die Flügel nun besser oder schlechter laufen. Meines Wissens erfüllen die in der Hauptsache eine mehr optische und emotionale Funktion ... so wie leider auch Straupitz wegen ungünstiger Windlage.



Nach meiner Auffassung hat es in Oppenwehe überhaupt keinen sachlich-vernünftigen Grund für diese in der Region absolut untypischen Flügel gegeben. Oder hat man mal untersucht, warum die 19 Jahre alten Segelgatterflügel nicht richtig gelaufen sind? Lag es vielleicht nur an einem falschen Profil? Falscher (zu wenig) Topp? Dann wäre es sicherlich besser, authentischer und denkmalverträglicher gewesen, wenn man wieder Segelgatterflügel gebaut hätte wie vorher, aber mit geändertem Profil.

Oder man hätte sich mal gefragt, warum die Mühle einen durchbohrten Wellkopf besitzt, der eigentlich nur bei Jalousieflügeln Sinn macht? Hatte die Mühle in der Vergangenheit mal Jalousieflügel? Gibt es historische Bilder dazu?

In Kirchen und Schlössern werden 10 und mehr alte, übereinander liegende Farbschichten abgetragen, um letzten Endes die denkmalverträglichste Farbgebung zu bestimmen. Bei einer Mühle interessieren solche Untersuchungen der historischen Gegebenheiten und Entwicklungen vermutlich eher wenig bis gar nicht und an Stelle sensibler denkmalwissenschaftlicher Methoden werden vorwiegend rustikale Holzhammermethoden angewendet. Dann ist es auch kein Wunder, wenn solche "Deppenflügel" entstehen - getreu dem Motto: 1-2-3-4-Flügel, egal welche!

Optisch finde ich die Flügel mit ihren Kuchenbrettern ziemlich unpassend, aber das ist wohl eher Geschmackssache. Keine Geschmackssache ist dagegen das hohe Gefahrenpotential, welches in solchem fest montierten Bretter- und Türenzeug lauert. Erklärung für Nichtwindmüller: rund die Hälfte der Oppenweher Flügelfläche lässt sich nicht wegnehmen bzw. verkleinern und bietet dem Wind immer und ständig eine Angriffsfläche. Aus gutem Grund wurden deshalb Flügel immer so gebaut, dass der Müller die Flügelfläche je nach Notwendigkeit und Windsituation auch Verkleinern konnte - z.B. durch Einrollen der Segel, Austüren (Herausnehmen von Brettern) oder Öffnen der Jalousieklappen. Im Stillstand (Arbeitspausen) nimmt man gewöhnlich die gesamte Flügelfläche weg, um dem Wind/Sturm so wenig wie möglich Angriffsfläche zu bieten. An den Oppenweher Flügeln ist das nicht möglich, die bleiben immer zu 50% aufgetakelt.

Ein richtiger Bockwindmüller auf einer richtigen Bockwindmühle (damit meine ich eine gewerbliche BWM früher in den 30ern oder oder eine gewerbeähnlich produzierende BWM von heute wie z.B. Berlin-Marzahn) wäre vermutlich niemals auf die Idee gekommen, sich solche Flügel an seine Mühle zu hängen, für die er wahrscheinlich auch keine andere Bezeichnung gefunden hätte als "Deppenflügel".

Glück zu!

ultratrieur



Beiträge: 2.209

07.07.2012 11:08
#16 RE: Oppenweher Deppenflügel Zitat · Antworten

Dass die sog. Deppenflügel besser laufen als die alten... wie wollen die das denn bitte heraus gefunden haben? Hat diese Mühle denn in den vergangenen Jahren jemals mit den alten Flügeln gearbeitet? Meines Wissens läuft da ein Leerlauf-"Betrieb" mit allenfalls sporadischem Schroten. Auf dieser Grundlage so eine Aussage zu treffen, halte ich für ganz schön mutig.



Flo der Liebe

Ansgar



Beiträge: 441

07.07.2012 12:48
#17 RE: Oppenweher Deppenflügel Zitat · Antworten

Zitat von Ultratrieur
Dass die sog. Deppenflügel besser laufen als die alten... Meines Wissens läuft da ein Leerlauf-"Betrieb" mit allenfalls sporadischem Schroten. Auf dieser Grundlage so eine Aussage zu treffen, halte ich für ganz schön mutig.

Als ich mit Carsten Weischer da war, lief die Mühle ein paar Umdrehungen, weil nicht viel Wind war. Und der Müller meinte, mit den anderen Flügeln hätte das gar nicht geklappt. Sporadisches Schroten kann schon sein, aber da würden ja wahrscheinlich auch hochautentische Flügel nichts ändern, oder?

CU

Ansgar


Eine Mühle ohne Wasserrad ist keine Mühle.

Askop
Administrator


Beiträge: 610

07.07.2012 23:38
#18 RE: Oppenweher Deppenflügel Zitat · Antworten

Zitat von Ansgar im Beitrag #39
Sporadisches Schroten kann schon sein, aber da würden ja wahrscheinlich auch hochautentische Flügel nichts ändern, oder?[/quote]Stimmt! Vermutlich würde sich auch nichts ändern, wenn die Mühle gar keine Flügel hätte. Oppenwehe ist doch Bestandteil der Westfälischen Mühlenstraße im Kreis Mi-Lü mit saisonalen Mahl- und Backtagen. Meines Wissens liegt der Schwerpunkt eindeutig auf Backen und anderen unmühligen Aktionen.

Kommenden Sonntag (14. Juli) wird an der Oppenweher BWM unter dem Motto "Rund ums Bier" gefeiert. Nachstehende Terminankündigung hierzu stammt aus dem "Programm der Mahl- und Backtage", herausgegeben vom Landratamt.

Bildschirmfoto 2012-07-07 um 23.11.50.png - Bild entfernt (keine Rechte)

Ob man dabei schroten will und wird? Wohl kaum. Für die Oppenweher dürfte es deshalb völlig nebensächlich sein, ob die Flügel zum Schroten in der Lage sind oder nicht. Deshalb wäre es aus denkmalpflegerischen Gründen gut und richtig gewesen, sich bei der Erneuerung der Flügel für eine authentische Variante zu entscheiden, z.B. Segelgatter. Wenn man dabei auch noch das Profil optimiert hätte, würde das bestimmt nicht schlechter funktionieren als die jetzigen Kuchenbretter. Davon bin ich fest überzeugt. Und außerdem: die Entscheidung für diese Deppenflügel war mit Sicherheit kein denkmalpflegerischer Kompromiss wegen Geldmangel. Authentische Segelgatterflügel wären keinen Cent teurer gewesen - darauf kannste einen lassen!

Glück zu!

Ansgar



Beiträge: 441

08.07.2012 14:15
#19 RE: Oppenweher Deppenflügel Zitat · Antworten

Zitat von Askop im Beitrag #40
Authentische Segelgatterflügel wären keinen Cent teurer gewesen - darauf kannste einen lassen! [/quote]Gibt es irgendwo einen verläßlichen Vergleich, in welchem Kostenrahmen wir uns bei den verschiedenen Flügeltypen bewegen und welche Vor und Nachteile sie bei Betrieb und Wartung haben? Dann müßten Laien in Zukunft nicht immer Vermutungen anstellen, was vielleicht günstiger gewesen wäre.

Segelflügel, Jalousieflügel, ten Haven, Bilau, das ist meines Wissens auch die ansteigende preisliche Reihenfolge. Dazu dann Unterschiede zwischen Holz und Stahlruten.

CU

Ansgar


Eine Mühle ohne Wasserrad ist keine Mühle.

ultratrieur



Beiträge: 2.209

08.07.2012 16:04
#20 RE: Oppenweher Deppenflügel Zitat · Antworten

Einen verlässlichen Preis bzw. die Gestehungskosten für die Plattflügel werden wir wohl nicht zu wissen bekommen. Baubetrieb war ja der im Kreiseigentum befindliche Bauhof und der wird wohl kaum aufgrund einer öffentlichen Ausschreibung den Zuschlag bekommen haben. Sowieso alles nen großes Fragezeichen, wie dieser Bauhof wettbewerbsrechtlich über die Runden kommt... aber das ist nen anderes Thema.

Das Problem bei einem Kostenvergleich ist, dass immer Äppel mit Birnen verglichen werden. Es ist ja praktisch unmöglich, aus zwei verscheidenen Schmieden zwei identische Rutenkreuze angeboten zu bekommen. Der Teufel sitzt im Detail, und wenn es nur ist, dass ein Betrieb die Kosten für die Zertifizierung nach EN 1029 aufbringt und der andere es eben gepflegt unterlässt...

Bei den Plattflügeln würde ich mal darauf tippen, dass der Erbauer es sich damit sehr einfach gemacht hat. Kein ausmessen der Winkel mehr, alles eine Ebene. Kettenstemmer ein mal eingestellt, Löcher abgemessen, hau ruck und drauf. Das halte ich für wesentlich weniger arbeitsintensiv als eine Rute für Heckscheite mit Drall fertig zu machen!



Flo der Liebe

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